Bochum     Stiepel

 

Jetzt Mitglied werden!

weiter

 

[Mietspiegel] [Staffel + Indexmiete] [Betriebskosten] [Mietsicherheit] [Schönheitsreparaturen] [Energieausweis] [Kündigungsmöglichkeiten]

Haus & Grund Bochum Stiepel Thema Mieterhöhung nach dem Mietspiegel

1. Vergleichsmietensystem

Bei der Vermietung freifinanzierten Wohnraums lässt das Gesetz die Erhöhung der

monatlichen Miete bis zur Grenze der ortsüblichen Vergleichsmiete zu. Sie kann

vom Vermieter nachgewiesen werden durch

• einen einfachen oder einen qualifizierten Mietspiegel

• eine Mietdatenbank,

• ein Sachverständigengutachten und durch

• den Bezug auf das Mietniveau von drei Vergleichswohnungen

a) Mietspiegel

Ein Mietspiegel ist eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete, die von der

Gemeinde oder von Interessenvertretern der Vermieter und der Mieter gemeinsam

erstellt oder anerkannt worden ist (einfacher Mietspiegel).

Zusätzlich zum einfachen Mietspiegel ist mit der Mietrechtsreform ein qualifizierter

Mietspiegel als Begründungsmittel einer Mieterhöhung eingeführt worden.

Dabei handelt es sich um einen Mietspiegel, der „nach anerkannten wissenschaftlichen

Grundsätzen“ erstellt und von der Gemeinde oder von Interessenvertretern

der Vermieter und Mieter anerkannt worden ist.

Beide Mietspiegelarten können nebeneinander bestehen. Rein tatsächlich ist aber in

diesen Fällen der qualifizierte Mietspiegel vorrangig. Denn der Vermieter muss auf

seine Aussagen innerhalb seines Mieterhöhungsverlangens auch dann hinweisen,

wenn er seine Mieterhhung nur mit dem einfachen Mietspiegel begründet.

b) Mietdatenbank

Ab dem 01.09.2001 ist als Begrndungsmittel einer Mieterhhung auch eine

Mietdatenbank gesetzlich vorgesehen. Sie zeigt eine Sammlung von Mieten, die zur

Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete fortlaufend von der Gemeinde oder

von den Organisationen der Vermieter und Mieter gemeinsam geführt oder anerkannt

wird. Auerdem müssen Auskünfte abrufbar sein, die für die einzelnen Wohnungen

einen Schluss auf die ortsübliche Vergleichsmiete zulassen.

c) Andere Begründungsmittel

Der Vermieter kann in seiner Mieterhhung die begehrte Mieterhhung auch durch

ein Sachverstndigengutachten oder durch Angabe von drei Vergleichswohnungen

einschlielich der dort gezahlten Mieten begrnden.

d) Kappungsgrenze

Die Möglichkeit der Mieterhöhung ist durch die Kappungsgrenze als Kontrollwert

begrenzt. Nach neuem Recht betrgt die Kappungsgrenze 120% der vor drei Jahren

vertraglich geschuldeten Miete. Ist dieser Wert geringer als die ortsübliche

Vergleichsmiete, so können Sie als Vermieter nur bis zur Kappungsgrenze Ihre

Miete erhöhen. Liegt die Kappungsgrenze über dem Wert der ortsüblichen Vergleichsmiete,

so ist eine Mieterhöhung maximal bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete

zulässig.

2. Form des Erhöhungsverlangens

Das Mieterhöhungsverlangen kann schriftlich, aber auch in Textform abgegeben

werden. Im Gegensatz zur eigenhändigen Unterschrift bei der Schriftform erfordert

die Textform nur, dass das Ende der Erklärung durch Nachbildung einer Namensunterschrift

oder anders erkennbar ist. Wird die Erkälrung als elektronische Datei

übermittelt, so muss sie zur Wahrung der Textform auch nicht elektronisch signiert

werden.

3. Inhalt des Erhöhungsverlangens

Als Vermieter müssen Sie das Mieterhöhungsverlangen erkälren und begründen.

Neu ist die bereits erwähnte Hinweispflicht auf bestehende qualifizierte Mietspiegel

unabhängig davon, welches sonstige Begründungsmittel Sie Ihrem Mieterhöhungsverlangen

zu Grunde legen.

4. Anlagen

Der einschälgige Mietspiegel oder ein Auszug daraus braucht Ihrem Mieterhöhungsverlangen

nicht beigefügt zu werden, wenn er allgemein zugänglich ist. Die

Beilage ist aber zu empfehlen, wenn der Mietspiegel nicht allgemein zugänglich ist

oder anzunehmen ist, dass seine inhaltliche Kenntnis streitverhütend wirkt.

Sachverständigengutachten müssen Sie beifügen. Eine einfache Kopie reicht aus.

Ebenso muss die Auflistung der Vergleichswohnungen mit überreicht werden.

Mietberechnungen einschließlich Berechnungen der Kappungsgrenze sollten beigefügt

werden, damit die Mieterhöhung im Ergebnis nachvollziehbar wird und sich

ihre Akzeptanz beim Mieter erhöht. Dies gilt auch für die Aufstellung der Betriebskosten,

die in dem Fall beigefügt werden muss, dass eine Bruttokaltmiete unter

Bezugnahme auf einen Nettomietspiegel erhöht werden soll.

5. Fristen

Geht dem Mieter Ihr Erhöhungsverlangen zu, so muss er zustimmen. Ob er zustimmt,

kann er sich zwei Monate lang überlegen. Stimmt er zu, so schuldet er die

erhöhte Miete ab dem dritten Kalendermonat seit Zugang Ihres Erhöhungsschreibens.

Stimmt er nicht zu, so können Sie binnen drei weiterer Monate Ihren Mieter auf Zustimmung

zur Mieterhöhung verklagen. Bei der Klagefrist handelt es sich um eine

Ausschlussfrist. Das bedeutet, dass die Klage nach Ablauf der Frist nicht mehr

zulässig ist.

6. Serviceleistungen

Schon aus Raumgründen kann dieses Informationsblatt Ihre Möglichkeiten zur Erhöhung

der Miete auf die ortsübliche Vergleichsmiete nur sehr gerafft darstellen.

Lassen Sie sich deshalb beim örtlichen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein

beraten und gegenüber Ihrem Mieter oder seinen Beauftragten auch vertreten

 

verantwortlich: Haus & Grund Deutschland – Zentralverband der Deutschen Haus-, Wohnungsund

Grundeigentmer e.V. • Mohrenstraße 33 • 10117 Berlin • Postfach 08 01 64 •

10001 Berlin • Tel. (030) 2 02 16-0 • Fax (030) 2 02 16-555 • E-Mail:

zv@haus-und-grund.net • Internet: http://www.haus-und-grund.net (Fr. 08/03)

Unsere Partner:

Mitglieder erhalten vergünstigte Konditionen!

Flugbätter können Sie kostenlos nach erfolgter Registrierung downloaden

[WILLKOMMEN] [Vorteile] [RechtsRat] [WirtschaftsRat] [HausRat] [BauRat] [Vorteilspartner] [Mitgliedschaft] [Beitrag] [vor Ort] [Informationen] [Aktuell] [Unsere Empfehlung]

Alle Rechte vorbehalten.   Haus & Grund Bochum - Stiepel e. V. 2001 - 2014

Unsere Website wurde mit Produkten aus dem 1&1 Profisellershop erstellt.